Hemimycena crispula
Krauser Scheinhelmling
Gefunden wurden diese bildhübschen winzigen Pilzchen an einem Ästchen in einer feuchten Böschung. Begleitbäume waren Eichen und Kastanien. Auffallend sind die gebogenen Stiele, für die es einen gut nachvollziehbaren Grund gibt. Wenn Pilze aus einem aufrecht stehenden Substrat wachsen, sind sie bemüht, ihre Hüte so auszurichten, dass die Sporen der Schwerkraft folgend nach unten ausfallen können.
Die Hütchen dieser seltenen Art werden kaum mehr als 1,5 oder 2 Millimeter breit. Sie sind rein weiß, fein filzig und wie winzige Schirmchen geformt. Lamellen sind nur sehr wenige vorhanden und zum Teil so stark reduziert, dass sie kaum sichtbar sind. Sie laufen bogig am Stiel herab, ohne dabei auch stets den Hutrand zu erreichen. Die Stiele können bis zu 6 mm lang und 2 mm dick werden. Mit einer gut vergrößernden Lupe wäre zu erkennen, dass sie fein behaart sind (Caulozystiden). Geruch und Geschmack unauffällig, mild.
Mikromerkmale:
Basidien schlank keulig, 4-, seltener 2-sporig, ca. 11 - 30 µm lang und 4 - 6 mm breit; Sporen glatt, zylindrisch, mit Tropfen, 6,5 – 11 x 3,5 - 6 µm; Hutdeckschicht mit fingerförmigen Auswüchsen und dickwandigen Setae; Schnallen vorhanden.
Hemimycena crispula ist vom Sommer bis in den Dezember an toten Ästen, Holz- oder Pflanzenresten zu finden; J. Maassen hat die Art in Mönchengladbach an einem Rohrkolben (Typha latifolia) entdeckt und fotografiert. Sehr ähnlich sind der Weiße Scheinhelmling Hemimycena lactea und der Stängel-Scheinheimling Hemimycena pseudocrispula.
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 3, Nr. 215
- German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 3, Seite 255 – 256
- Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 354 (5.20.100)
- https://bender-coprinus.de/pilz_der_woche/2018/_hemimycena_crispula.html