Hygrocybe spadicea

Braungelber Saftling

(Scop.) P. Karst.
Familie: Hygrophoraceae
© Dieter Gewalt
spadicea = dattelfarbig
2 Fotos: Thomas Lehr

Der Braungelbe Saftling Hygrocybe spadicea ist eine sehr seltene Pilzart, aber wenn er erscheint, dann gern in größerer Zahl. Zu finden ist die wärmeliebende Art vor allem auf ungedüngten Wiesen in unterschiedlichen Höhenlagen. Die abgebildeten Exemplare wurden im Taunus in der Nähe von Wiesbaden entdeckt.

Die dattel- bis ockerbraunen, mitunter fast schwarzen Hüte werden 1,5 – 5 cm groß, selten auch etwas größer. Der mitunter deutlich zugespitzte Buckel in der Hutmitte ist stets dunkler. Die feucht glatte, später streifig faserige Huthaut ist witterungsbedingt schmierig oder trocken. Die zitronengelben Lamellen stehen mäßig entfernt und sind schmal am Stiel angeheftet oder fast frei, die Schneiden heller und schartig. Die gelben, alt braunstreifigen Stiele werden bis zu 8 cm lang und 0,5, zur Basis hin 1 cm dick. Das Fleisch ist gelb. Geruch und Geschmack unauffällig, mild. Das Sporenpulver ist weiß.

Mikromerkmale (Angaben von Erhard Ludwig):
Basidien 2- oder 4-sporig, 50 – 65 x 10 – 12 µm. Die Sporen sind sehr variabel in Form und Größe, schmal bis breit ellipsoid, ei- oder birnenförmig, mitunter auch leicht eingeschnürt, mit großem Apiculus, Maße 8 – 15 x 5 – 10 µm. Lamellentrama mit sehr langen (bis zu 1000 µm) an den Enden zugespitzten Zellen.

Der Braungelbe (auch „Bräunlichschwarzer“) Saftling gilt als stark gefährdete, vom Aussterben bedrohte Art (Gefährdungsgrad G 1 in Roten Listen mehrerer Länder).

Weiterführende Literatur:

  • Erhard Ludwig: Pilzkompendium Band 3, Seite 303 (108.20)
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 3, Seite 52 - 53
  • Rudolf Winkler, Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 198 (4.1.36)
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 28. November 2025