Hypomyces lateritius

Steinreizker-Kernpilz

(Fr.) Tul. 1860
Familie: Hypocreaceae
© Dieter Gewalt
Synonym: Peckiella lateritia
lateritius = ziegelrot
Fund vom 26.09.2026 im Beschenhof-Wald bei Schramberg im mittleren Schwarzwald (2 Fotos: Udo Schäfer)

Rotmilchende Lactarius-Arten, allgemein Reizker genannt, sind bei zahlreichen Pilzfreunden als hervorragende Speisepilze beliebt und geschätzt. Gelegentlich findet man Fruchtkörper, die vor allem auf der Hutunterseite mit einer weißlichen harten Schicht teilweise oder großflächig überzogen sind. Von den Lamellen ist dann oft kaum noch etwas zu sehen. Mit einer Lupe erkennt man winzige dunkle Punkte in dieser Schicht. Dabei handelt es sich um die Sporenauslassöffnungen, wie sie für Ascomyzeten typisch sind. Von diesem Pilz befallene Reizkerarten werden als „Steinreizker“ bezeichnet, weil auch ihr Fleisch durch den Befall stark verhärtet wird. Sie sind in ganz Deutschland verbreitet, in manchen Regionen häufiger, in anderen selten oder noch nicht beobachtet worden. Sie sind zwar nicht giftig, aber wer will schon so verunstaltete Pilze verzehren, zumal der Befall sie auch noch hart und bitterlich werden lässt.

Lizenz: Hagen Graebner derivative work: Ak ccm (talk), 2011-11-09 Lactarius deterrimus Hypomyces lateritius, CC BY-SA 3.0

Beim Erscheinen von schimmelartigen Veränderungen auf Reizker-Arten ist grundsätzlich der Verdacht naheliegend, es mit diesem Kernpilz zu tun zu haben. Im Gegensatz zur harten und extrem kompakten Konsistenz des Steinreizker-Kernpilzes, der auch „Tauber Reizker“ genannt wird, bilden echte (und gefährliche) Schimmelpilze flauschige, wattige oder staubige Oberflächen, die sich leicht abwischen lassen. Ein von Schimmel befallener Pilz vergammelt (wird weich oder matschig), ein vom Kernpilz befallener bleibt fest.

Vom Steinreizker-Kernpilz befallener Lachsreizker (Foto: Rose Marie Dähncke)

Die wichtigsten mikroskopischen Merkmale der Gattung Hypomyces sind langgezogene schmal-zylindrische und 8-sporige Asci. Bei unserer Art sind sie bis zu 150 µm lang. Die Sporen sind schiffchenförmig, fein punktiert, unseptiert oder mit einer Septe. Sie messen bei unserer Art 15 - 30 x 3 - 6 µm, sind unseptiert und haben an ihren Enden 2 - 3 µm lange pfriemförmige Anhängsel.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 10. Oktober 2026