Psathyrella pertinax
Netziger Faserling
Dieser auffällige Faserling, auch unter den Namen Runzeliger Mürbling oder Runzeliger Faserling bekannt, ist lt. DGfM-Verbreitungskarte wohl nur im Südwesten Deutschlands (Schwarzwald, Alpenvorland) etwas häufiger, wird aber in der populären Pilzliteratur kaum einmal erwähnt. Er scheint höhere Lagen ab etwa 300 m zu bevorzugen und ist nahezu ausschließlich bei Nadelhölzern, vor allem Fichten, zu finden. Der abgebildete Fund von Matthias Dondl stammt aus einem Bergmischwald bei Reichersbeuern (MTB 8235.4.2); die Pilze wuchsen auf der Schnittfläche eines Fichtenstumpfes.
Charakteristisch sind die glanzlosen, dunkel rotbraunen, vor allem zum Rand hin runzeligen, relativ dick- und festfleischigen Hüte, die bis zu 4 cm Durchmesser erreichen können. Der ungeriefte Hutrand ist bei jungen Pilzen mit weißlichen Velumresten behangen. Die blass bräunlichen Lamellen sind ausgebuchtet am Stiel angewachsen, die Schneiden sind etwas heller.
Die bis zu 6 cm langen hohlen Stiele sind hell ockerbräunlich und weißlich überfasert, bis zu 6 mm dick, an der Basis mitunter etwas angeschwollen. Das wässrige Fleisch ist feucht bräunlich, trocken verblassend. Bemerkenswert: Der Fleischsaft färbt weißes Papier gelb. Der Geruch wird sehr unterschiedlich beschrieben: unauffällig, aromatisch, süßlich, anisartig, medikamentös, nach Lebkuchen oder Kokosflocken. Geschmack mild. Das Sporenpulver ist dunkelbraun.
Mikromerkmale:
Sporen elliptisch bis bohnenförmig, mit Keimporus, 6 – 9 x 3,5 – 5 µm. Basidien schlank, mit Schnallen. Pleurozystiden dünnwandig, flaschenförmig, an der Spitze kopfig erweitert. Cheilozystiden: stets von zahlreichen großen Parazystiden durchsetzt, flaschenförmig.
Verwechselt werden könnte die Art eventuell mit dem etwa gleich großen Weißflockigen Faserling Psathyrella olympiana, dessen ebenfalls dunkelbraune glanzlose Hüte jedoch konzentrisch mit Velumfetzen besetzt sind und der an Laubholz wächst.
Weiterführende Literatur:
- German J. Krieglsteiner, Andreas Gminder (Hrsg): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 5, Seite 610 – 611 (als P. chondroderma)
- Peter Welt: Psathyrella chondroderma – Netziger Faserling, Boletus 2003, Heft 1, Seite 67 - 70
- https://www.interhias.de/schwammerlseiten/bestimmungen/2015/psathyrellaceae/psathyrellaceae.html#ank6