Rutstroemia bolaris

Hainbuchen-Stromabecherling

(Batsch) Rehm 1893
Familie: Rutstroemiaceae
© Dieter Gewalt
bolaris = schollig
22.02.2023: NSG Massenheimer Kiesgrube bei Hochheim, Hessen (alle Fotos von Christian Weinkötz)

Es gibt jede Menge kleiner und kleinster gestielte Becherlinge, die auch noch auf zahlreiche unterschiedliche Gattungen verteilt sind. Da liegt es auf der Hand, dass die Bestimmung solcher Funde nicht einfach und ohne Beachtung mikroskopischer Merkmale nur selten möglich ist. Auch das Substrat, auf dem so ein Becherchen gewachsen ist, spielt eine wichtige Rolle, aber da sind die Literaturangaben oft ungenau oder irreführend. Unser Hainbuchen-Stromabecherling wurde zum Beispiel in der Schweiz vor allem in montanen Lagen an Grünerle gefunden. Andere Quellen geben „an abgefallenen Laubholzästen“ an, es werden Buche, Eiche und Hainbuche genannt, wobei letzterer vermutlich der Hauptwirt ist, wie schon der deutsche Name vermuten lässt.

Beim hier vorgestellten Fund konnte keine genaue Angabe über die Holzart gemacht werden. Die Zugehörigkeit zur Gattung der Stromabecherlinge grenzt die Anzahl der in Frage kommenden Arten allerdings bereits signifikant ein. In Deutschland sind es ca. 15 bis 20, weltweit über 100. Ein Stroma ist ein kissen- oder krustenförmiges Hyphengeflecht auf Holz oder Pflanzenresten, in das die Stromabecherlinge eingebettet sind.

Die Fruchtkörper von Rutstroemia bolaris sind jung pokal- bis becherförmig und gelb, später flach ausgebreitet und deutlich dunkler. Die Innenseite (Scheibe) hat dann eine gelb- bis orange- oder rotbraune Farbe, die Außenseite wie auch der Stiel sind heller. Die Unterseite des Bechers ist runzelig, der Durchmesser der Scheibe beträgt etwa 0,2 bis 1 cm. Die Stiele sind meist 0,5 bis maximal 2 cm lang. Das Sporenpulver ist weiß. Eine schöne Auswahl von Fotos ist auf der pharmanatur-Seite (siehe unten) zu finden. Es lohnt sich, sie zu besuchen.

Mikromerkmale:
Asci 8-sporig, subzylindrisch, 125 – 145 x 8 – 12 µm; Sporen: länglich elliptisch, mit Tropfen, reif mit Septen, 16 – 20 x 4 – 5,5 µm; Paraphysen fädig, mit Septen, an der Basis verzweigt.

Asci -- Sporen

Der Pilz ist vom Frühjahr bis in den Spätherbst zu finden.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 12. Juli 2026